Gastbeitrag von Lena Lindemann
Mit dem Abschluss der Generalsanierung der Staatlichen Regelschule Wutha-Farnroda, Hörselbergschule, setzt der Wartburgkreis ein starkes Zeichen für moderne Bildung und zukunftsfähige Schulstandorte.
Insgesamt 7,7 Millionen Euro wurden in die umfassende Sanierung des Schulgebäudes investiert. Dadurch stehen den Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrerkollegium künftig deutlich verbesserte Lern- und Arbeitsbedingungen zur Verfügung.
Am Montag öffnete die Hörselbergschule im Rahmen eines Tages der offenen Tür ihre Türen für die Öffentlichkeit.
Dabei konnte die umfassend sanierte Schule durch Landrat Dr. Michael Brodführer feierlich übergeben werden. Zugleich fand die symbolische Übergabe des Schülerplaners „Planiverse“ an die Schulen des Wartburgkreises statt.
„Die Hörselbergschule ist eine der Zukunftsschulen im Wartburgkreis. Hier stehen gute Bildung und gemeinschaftliches Lernen im Vordergrund.
Schulleiter Herr Schmiedeknecht führt ein engagiertes Lehrerkollegium, das sich mit großem Einsatz um die Schülerinnen und Schüler sowie die Belange der Schule kümmert. Mit der abgeschlossenen Generalsanierung schaffen wir dafür beste Rahmenbedingungen“, betont Landrat Dr. Michael Brodführer.
Umfassende Generalsanierung im laufenden Schulbetrieb
Die Hörselbergschule in Wutha-Farnroda wurde in den 1980er Jahren als DDR-Typenschulbau errichtet.
Das Gebäude besteht aus einem viergeschossigen Normalklassentrakt, einem dreigeschossigen Verbindungsbau sowie einem dreigeschossigen Spezialklassentrakt. Alle Gebäudeteile sind zusätzlich unterkellert.
Von November 2022 bis Juni 2026 wurde die Schule in drei Bauabschnitten umfassend saniert und das bei laufendem Schulbetrieb.
Ziel der Baumaßnahme war es, das Schulgebäude an heutige architektonische, technische, energetische und pädagogische Anforderungen anzupassen und zugleich eine weitestgehende Barrierefreiheit zu erreichen.
Die Gesamtkosten der Generalsanierung belaufen sich auf rund 7,7 Millionen Euro. Das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr bewilligte hierfür Fördermittel in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro aus dem Schulbauinvestitionsprogramm für Baumaßnahmen an Schulgebäuden und Schulsporthallen.
Moderne Lernräume, bessere Wegeführung und mehr Barrierefreiheit
Im Zuge der Sanierung wurden alle Geschosse und Gewerke einbezogen. Dazu gehörten unter anderem die Erneuerung der Gebäudetechnik, die Umsetzung des vorbeugenden Brandschutzes, die Sanierung der Fachräume für Chemie, Biologie, Physik und Werken sowie umfangreiche Arbeiten an den Außenanlagen einschließlich Wasser- und Abwasseranlagen.
Ein zentraler Bestandteil der Baumaßnahme war der Anbau einer Aufzugsanlage mit eigenem Fahrschacht. Damit können künftig alle Ebenen barrierearm erschlossen werden.
Auch der Haupteingang wurde neu angeordnet. Statt des bisherigen Zugangs auf der Ostseite befindet er sich nun zentral hofseitig im Verbindungsbau. Die Verkehrswege im Innen- und Außenbereich wurden dadurch verbessert.
Die Toilettenräume im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss wurden vollständig erneuert und um ein Behinderten-WC ergänzt. Zudem wurden einzelne Räume neu geordnet oder angepasst. So entstanden neue Raumqualitäten, die den Schulalltag funktionaler und zeitgemäßer gestalten.
Auch energetische Aspekte spielten eine Rolle. Auf dem Flachdach des Traktes I wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 15 kWp errichtet. Ein Batteriespeicher soll die Eigenverbrauchsquote erhöhen.
Rücksicht auf Natur- und Artenschutz
Die Baumaßnahme wurde zudem durch Ausgleichsmaßnahmen für geschützte Tierarten begleitet. Für Haussperlinge, Mauersegler, Stare und Fledermäuse wurden zahlreiche Ersatzquartiere geschaffen.
Dazu zählen unter anderem 180 Ersatzkästen für Haussperlinge, 67 Nistplätze für Mauersegler, zwei Ersatzkästen für Stare sowie 55 Fledermauskästen, zwölf Fassadenröhren und zwei Winterschlafkästen.
Dank an Schulgemeinschaft und Beteiligte
Eine besondere Herausforderung war die Umsetzung der Generalsanierung während des laufenden Schulbetriebs.
Das Landratsamt Wartburgkreis dankt daher insbesondere den Schülerinnen und Schülern, dem Lehrerkollegium und der Schulleitung für Geduld, Flexibilität und Verständnis während der Bauzeit.
Ein Dank gilt ebenso den beteiligten Planungsbüros, Firmen, Handwerksbetrieben, dem Fördermittelgeber sowie allen weiteren Projektbeteiligten, die zur erfolgreichen Umsetzung der Baumaßnahme beigetragen haben.
Schülerplaner „Planiverse“ wird symbolisch übergeben
Im Rahmen des Tages der offenen Tür wurde zudem der Schülerplaner „Planiverse“ symbolisch an die Schulen des Wartburgkreises übergeben. Das Projekt ist Teil der Fachkräftekampagne „Karriereheimat Südwestthüringen“ und erscheint 2026 bereits in der dritten Auflage.
Der Schülerplaner verbindet klassische Organisationshilfen für den Schulalltag mit praxisnaher Berufsorientierung.
Er enthält unter anderem ein Kalendarium, Lern- und Prüfungstipps, Informationen zu Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, Hinweise zu Berufs- und Ausbildungsmessen in Südwestthüringen sowie Beiträge zu Künstlicher Intelligenz, digitalen Medien und Internetsicherheit.
Zudem stellen sich regionale Unternehmen mit Ausbildungs- und Praktikumsangeboten vor. Schülerinnen und Schüler erhalten dadurch frühzeitig Einblicke in berufliche Perspektiven vor Ort.
Gleichzeitig können Betriebe auf sich aufmerksam machen und Kontakte zu möglichen Nachwuchskräften aufbauen.
Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region
Die Gesamtauflage des Schülerplaners liegt im Jahr 2026 bei 7.500 Exemplaren. Davon gehen knapp 2.000 Exemplare an Schulen im Wartburgkreis. Die Hefte werden kostenfrei bereitgestellt.
Das Amt für Kreisplanung und Regionalentwicklung des Landratsamtes Wartburgkreis begleitet die Verteilung im Kreisgebiet und ist hierzu in engem Austausch mit der Karriereheimat Südwestthüringen.
Der „Planiverse“ wird im Wartburgkreis bereits zum dritten Mal verteilt. Die Rückmeldungen aus den Vorjahren fielen positiv aus.
Besonders geschätzt werden die Verbindung von Schulplaner und Berufsorientierung, die Übersicht zu regionalen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten sowie die alltagsnahen Informationen für Schülerinnen und Schüler.
Mit dem Schülerplaner wird die Berufsorientierung frühzeitig unterstützt. Zugleich stärkt das Projekt die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Unternehmen und Landratsamt.
Es macht regionale Ausbildungsangebote sichtbar, fördert die Bindung junger Menschen an die Region und leistet damit einen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Wartburgkreis und in Südwestthüringen.




